Wohngr. Behindertenhilfe

Wohnheime für

behinderte Menschen

Die Betreuung erwachsener intelligenzgeminderter Menschen erfolgt, sofern sie nicht selbstständig leben können, außer in ihren Familien, überwiegend in Wohnheimen an Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) bzw. in speziellen Pflegeeinrichtungen für Schwerstbehinderte.
Dabei hat es sich gezeigt, dass es immer wieder einzelne Behinderte gibt, die nicht in diese Versorgungsstruktur passen. Einerseits sind sie nicht so stark eingeschränkt, als dass sie in einer Pflegeeinrichtung betreut werden müssten, andererseits sind sie in den Wohnheimen an WfbM überfordert, weil sie entweder an zusätzlichen psychischen Erkrankungen oder Behinderungen leiden oder als Folge einer andauernden Überforderung Verhaltensstörungen und/oder behandlungsbedürftige psychische Erkrankungen entwickeln. In der Folge kommt es dann häufig immer wieder zu stationären psychiatrischen Krankenhausaufenthalten, ohne dass eine grundlegende Verbesserung des Befindens eintritt, da die auslösenden Lebensbedingungen weiter aktuell bleiben.
Die besonderen Belastungen einzelner Bewohner in Wohnheimen an WfbM bestehen z.B. in dem täglichen Wechsel des Bezugsrahmens (Wohnen – Arbeiten), der damit verbundenen Vielzahl an Kontakten, dem erforderlichen Einhalten zeitlicher Rahmenbedingungen und den Anforderungen bei der Arbeit in der Werkstatt und der zusätzlichen Verrichtung häuslicher Tätigkeiten in den Heimen.
Gerade für Menschen mit autistischen Zügen, unterschiedlichsten Persönlichkeitsstörungen, aber auch anderen psychischen Störungsbildern, stellen diese Bedingungen häufig eine Überforderung dar.
Für diese Menschen, die in den bestehenden Strukturen nicht betreubar sind, hat die Kinderhof Merzen gGmbH in ihrem Behindertenhilfe-Bereich ein genau auf sie ausgerichtetes Angebot geschaffen, so dass auch sie einen geeigneten Ort zum Leben und sich Beschäftigen vorfinden und sich trotz der genannten Einschränkungen weiter entwickeln können.
Ihrer Entwicklung entsprechend wurden neben dem Hof Thediek im Laufe der letzten Jahre die Wohngruppe Alte Gärtnerei  und die Wohngruppe Ueffeln eingerichtet, um noch gezielter und flexibler den Wünschen und Bedürfnissen innerhalb unseres Angebotes gerecht zu werden.

Niedersachsen

Eingetragen bei Soziales im Netz

 

Dieser Bauernhof liegt etwa drei Kilometer außerhalb des Ortes Merzen im Ortsteil Thediek. Wie es sich für einen richtigen Bauernhof gehört, wird hier in traditioneller Weise Ackerbau und Viehzucht betrieben. Dabei haben wir sehr bewusst auf Spezialisierungen verzichtet, um ein möglichst breit gefächertes Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten für unsere Bewohner zu schaffen. So findet man auf dem Hof noch eine vielfältige Tierwelt bestehend aus Rindern, Schweinen, Pferden, Geflügel, Bienen, Kaninchen, Katzen und einem Esel, die von den Bewohnern und Mitarbeitern versorgt und gepflegt wird. Die Anzahl der Tiere ist so bemessen, dass die Arbeit mit ihnen die Leistungsfähigkeit der Bewohner nicht überschreitet.

Neben der Versorgung der Tiere bilden die Futterbeschaffung (z.B. der Anbau von Getreide) und der Anbau von Obst und Gemüse einen Schwerpunkt der Arbeitsmöglichkeiten. Alle landwirtschaftlichen Produkte werden natürlich für den Eigenverbrauch genutzt und verarbeitet, was unseren Bewohnern die Sinnhaftigkeit ihres Tuns vermitteln soll.

Wer kein Interesse oder Freude an den Außenarbeiten hat, macht sich im Haushalt nützlich. Innerhalb der großen Küche, bei der Wäschepflege oder bei der Reinigung des Hauses gibt es immer eine Tätigkeit, bei der einzelne Bewohner gerne mithelfen.

So bietet der Bauernhof einerseits sehr differenzierte und abwechslungsreiche Betätigungsfelder, andererseits aber kontinuierliche und sich täglich wiederholende Arbeitsbereiche.

Auf dem Hof Thediek leben und arbeiten 16 geistig behinderte Menschen, die überwiegend an zusätzlichen psychischen Krankheiten oder Behinderungen leiden. Die Abgeschiedenheit und die damit verbundene Reizarmut tragen zur Entspannung und zum Abbau psychischer Belastungen bei. Die Distanz zu gefährlichen Schnellstraßen ermöglicht es auch nicht verkehrssicheren Menschen, sich frei auf dem Hof zu bewegen.

Jeder Bewohner hat ein Einzelzimmer, dass er nach seinen Vorlieben gestalten kann.

Natürlich nehmen unsere Bewohner auch am gesellschaftlichen Leben teil. Einkaufsfahrten, Ausflüge, Disco-Besuche, Dorffeste usw. und die Nutzung von Schwimmbädern und Sporthallen gehören zum regelmäßigen Programm.

 

Wie der Name schon sagt, wurde diese Wohngruppe in einer ehemaligen Gärtnerei im Ort Merzen eingerichtet. Hier wohnen acht behinderte Menschen, denen die Nähe zum Ort und seinen überschaubaren Möglichkeiten wichtig sind. Der größte Teil der Bewohner lebte zuvor auf dem Hof Thediek, brauchte aber dann die besseren Integrationsmöglichkeiten des Ortes, um sich weiter zu entwickeln. So nutzen die meisten inzwischen die örtlichen Geschäfte zum persönlichen Einkauf, besuchen Dorffeste und Kirche und konnten auch vereinzelt Kontakte zu Nachbarn und anderen Bürgern des Ortes aufbauen.

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich den Bewohnern in der Pflege des Hauses und des Grundstückes, sowie vor allem bei der Bewirtschaftung des eigenen Gewächshauses. Hier werden hauptsächlich Tomaten und Paprika, aber auch Auberginen, Zucchini und anderes Gemüse angebaut. Natürlich gehören auch Blumen zur Produktpalette.

Besonders beliebt sind bei den Bewohnern auch Außeneinsätze, wie die Pflege von Gärten anderer Kinderhofgruppen und gerne helfen sie auch mal einem Nachbarn, um sich das Taschengeld aufzubessern.

 

 

Die Wohn- und Beschäftigungsgruppe Ueffeln als Teil des Wohngruppen-Behindertenhilfe-Bereiches (Hof Thediek) bietet für acht erwachsene intelligenzgeminderte Menschen einen Ort zum Leben und ein Beschäftigungsprogramm an, das sich an den individuellen Fähigkeiten der Bewohner orientiert, die in der Regel nicht werkstattfähig sind. Besonders die Heranführung an strukturierte Arbeitsabläufe ist ein Ziel der Einrichtung, um ihnen damit neue Erfahrungsbereiche, wie z.B. die Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) zu erschließen.

Neben der Bewältigung des Alltags steht die Förderung der behinderten Menschen im Mittelpunkt, um ihnen so eine möglichst selbständige Lebensführung zu ermöglichen bzw. sie dorthin zu führen. Dazu zählt auch das Heranführen an Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung.

In diesem Zusammenhang spielt die Nähe zu der Kleinstadt Bramsche eine bedeutende Rolle, da es hier verschiedene Angebote gibt, die von den Bewohnern gerne wahrgenommen werden. Dazu gehören z.B. Lese- und Rechtschreibkurse der VHS oder eine Theatergruppe, in der einige Bewohner schon seit Jahren mitwirken. Auch die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel (eine Bushaltestelle befindet sich direkt vor dem Haus) unterstützt die integrativen Wünsche unserer Bewohner.